Aus dem Wernauer Anzeiger vom 21.11.2025 - Sandarium für Wildbienen in Wernau

Foto © Bettina Kothe
Foto © Bettina Kothe

 

Am 11. Nov. 2025 verwandelten vier Klassen der Schlossgartenschule gemeinsam mit dem NABU Wernau einen Seitenstreifen an der Wiedenhalde in ein neues Wildbienenparadies.

 

Der städtische Bauhof hatte dazu alte Pflanzen entfernt und magere Erde sowie ungewaschenen Sand in Säcken bereitgestellt – ideal für ein sogenanntes Sandarium.

Denn drei Viertel der Wildbienen brauchen offenen Boden für ihre Nester.

 

Und keine Insektenhotels. Begeistert füllten die Kinder den Sand in mitgebrachte Eimer, verteilten ihn im Beet und stampften die Fläche fest. Sie probierten mit kleinen Stäben, ob der Sand für die Niströhren auch hält.

 

Anschließend pflanzten sie Frühjahrs-, Sommer- und Herbstblüher, damit Wildbienen vom Winterling bis zur Herbstaster durchgehend Nahrung finden. Ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Wildbienen.

 

Wir brauchen Wildbienen. Die Honigbiene alleine kann es nicht schaffen, unsere Pflanzen zu bestäuben.

 

Wie ein Sandarium angelegt werde kann, finden Sie gleich hier unten.

 

Artikel aus der Esslinger Zeitung

Artikel aus der Esslinger Zeitung, Samstag 22.112025
Artikel aus der Esslinger Zeitung, Samstag 22.112025

Bauanleitung eines Sandariums

Foto © Bettina Kothe
Foto © Bettina Kothe

Warum ein Sandarium viel besser ist als ein Insektenhotel
Erfahrene Hobbygärtner wissen, dass ein insektenfreundlicher Garten viele Vorteile mit sich bringt. Doch oftmals reicht ein Insektenhotel dafür nicht aus. So bevorzugen Wildbienen beispielsweise Sand als naturnahen Nistplatz – ein Sandarium muss her. Wie du einen solchen Nistplatz Schritt für Schritt in deinem Garten anlegst und warum Wildbienen so wichtig sind, erfährst du jetzt.


Fehlende Nistplätze für Wildbienen
Wildbienen leisten einen entscheidenden Beitrag zur Bestäubung unserer Pflanzen. Darüber hinaus sichern sie nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die Ernten von Obst und Gemüse. Doch vor allem versiegelte Flächen, die intensive Landwirtschaft und das Fehlen natürlicher Lebensräume machen Wildbienen das Leben schwer: Es fehlt zunehmend an Nahrungsquellen und Nistplätzen. Naturliebende Hobbygärtner ergreifen bereits erste Maßnahmen und stellen Insektenhotels auf. Doch was kaum jemand weiß: Die meisten Wildbienen nisten im Boden und finden im Insektenhotel keinen passenden Brutplatz. Ein Sandarium bietet hingegen die optimalen Voraussetzungen: einen lockeren, sandigen und trockenen Boden, der kaum Vegetation aufweist.


Sandarium -  Schritt für Schritt im Garten anlegen
Bei einem Sandarium handelt es sich um einen extra angelegten, sandigen Bereich im Garten oder auf dem Balkon, welcher als natürlicher Lebensraum für bodenbrütende Insekten dienen soll. Hier finden die Insekten optimale Voraussetzungen zum Nisten und Brüten – ohne künstliche Röhren oder Holzstrukturen. Und so baust du ein Sandarium Schritt für Schritt:
Ein Sandarium ist schnell angelegt und hat viele Vorteile im Garten. 

 

Standort

Suche einen sonnigen Standort, ein Dachüberstand kann vor Regen schützen, ist aber nicht zwingend erforderlich.

 

Größe und Tiefe

Der NABU spricht sich für eine Grundfläche von mindestens 40 × 40 Zentimetern aus. Achte außerdem darauf, den Boden tief genug auszugraben, da manche Bienen ihre Röhren bis zu 50 Zentimeter tief graben. Das ist aber nicht zwingend.


Grube oder Hochbeet?

Du kannst entweder eine Mulde ausheben und diese mit Sand füllen oder den Sand auf dem vorhandenen Boden aufschütten und einfassen (Hochbeet), mit Ästen oder mit Steinen. Letzteres ist oft einfacher, vor allem bei lehmigem, tonigem Boden oder einem hohen Grundwasserstand. Und vielleicht hast du ja bereits ein Hochbeet und füllst einen Teil davon, z.B. eben 40 cm mit ungewaschenem Sand auf.

 

Drainage

Damit Regenwasser gut abfließen kann, kannst du die Sandoberfläche leicht schräg oder als kleinen Hügel anhäufen. Mitunter empfiehlt sich eine zusätzliche Drainageschicht aus grobem Kies oder Ziegelbruch.

Im Internet finden Sie viele Bilder von verschiedenartigen Sandarien. Da kann man sich Ideen holen.


Der richtige Sand

Der Sand ist der wichtigste Bestandteil deines Sandariums. Verzichte auf Spielplatz-Sand und verwende unbedingt einen ungewaschenen, groben Sand 🛒. Bei feinem, gewaschenem Flusssand würden die Niströhren nämlich sofort einbrechen. Du bekommst ihn z.B. bei der Firma Fischer Natursteine in Oberboihingen.

 

Sand verdichten

Klopfe oder stampfe den Sand anschließend gut fest, damit ein kompakteres Substrat entsteht. So erleichterst du den Bienen das Graben im Sandarium.


Gestaltung

Platziere nun Äste, Wurzeln oder altes Holz auf oder am Rand des Sandariums. Die Wildbienen nagen dieses Material ab, um ihre Brutröhren zu verschließen.


Katzen vertreiben

Lockere Brombeerranken und Rosenschnitt können ungebetene Gäste, wie z. B. Katzen fernhalten.

 

Sandarium bepflanzen
Bepflanze dein Sandarium nur spärlich, da Wildbienen vor allem freie Sandflächen zum Nisten suchen. Kleinere Flächen (unter 0,5 m2) lässt du besser unbepflanzt, bei größeren Flächen kannst du auf kleine und besonders trockenheitstolerante Pflanzen zurückgreifen, z. B.:
Heide-Nelke, Karthäusernelke,… 

 

Aber vielleicht sind ja in der Nähe deines Sandariums schon ausreichend Nahrungsquellen für Wildbienen. Hier eignen sich folgende Pflanzen und Kräuter besonders:
Thymian, Lavendel, Glockenblumen, Oregano,…

 

Gefüllte Blüten und Hybridzüchtungen eignen sich hingegen nicht und auch unerwünschte Beikräuter solltest du regelmäßig entfernen.

 

Übrigens: Wenn du kleine Löcher oder Sandhäufchen an den Nestöffnungen entdeckst, deutet das auf eine Besiedlung deines Sandariums hin.